Akika X

Akika X

von Samir Akika / Unusual Symptoms

„Im Leben muss man immer eine Illusion zur Hand haben“, sagt Samir Akika. Weil das Leben ohne Täuschungen und Selbst-Täuschungen nicht zu meistern wäre? Oder schlicht nur halb so lebenswert, ohne das Arsenal an kleinen Fluchten und großen Eskapismen, die darin zur Verfügung stehen? Was den Surrealisten noch lustvolle Negierung einer objektiven Weltbetrachtung war, ist dem postmodernen Subjekt das Unbehagen einer nicht länger fassbaren Wirklichkeit. In dieser Ungewissheit des Blicks erlebt das Vorspielen falscher Tatsachen Konjunktur. Zwischen Fiktion und Lüge, Staunen und Paranoia, großer Show und Drogenloch verläuft der schmale Grat der Einbildung zwischen Herausforderungen an die Vorstellungskraft und dem Wahnsinn des Realitätsverlustes. Sind die Magic Tricks von Gestern die Blendwerke von Heute?
In seiner zehnten Arbeit für das Theater Bremen interessiert sich Samir Akika für die Affekte der Einbildung. Fantastische und fantasierte Innenwelten, optische Tricks und der Blick auf Paranoia und Phobien dienen ihm als Ausgangspunkt für ein surrealistisches Panoptikum der Illusion. Nach seinen Filmstoff-Adaptionen „Die Zeit der Kirschen“ und „Einer flog über das Kuckucksnest“ und dem puristischen Tanzabend „The Maidenhair Tree & The Silver Apricot“ entwickelt er den zunächst „Akika X“ betitelten Abend gemeinsam mit einem zehnköpfigen Ensemble, dem mit der Tänzerin Szu-Wei Wu auch ein neues festes Mitglied der Kompanie angehört.

Choreographie Samir Akika
Bühne und Kostüme Nanako Oizumi
Musik jayrope
Licht Christopher Moos
Dramaturgie Gregor Runge

Foto: Jörg Landsberg

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